Ihr Sohn lag auf der Couch. Das Handy in der Hand. Schon gefühlt seit Stunden. Sie saß daneben. Hat lange nichts gesagt. Nicht, weil es sie nicht gestört hätte. Sondern weil sie gespürt hat, dass jedes Wort in diesem Moment wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem auslösen würde, was sie sich eigentlich wünscht.
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Vor einigen Wochen hatte ich ein Coachinggespräch, das mich bis heute beschäftigt. Vielleicht gerade deshalb, weil ich mitten in den Vorbereitungen für meine nächste Pubertäts- und Medienkonsumwoche stecke. Weil es genau um diese leisen Momente geht, in denen wir als Eltern etwas gut meinen – und dennoch Entwicklung verhindern.Falls nicht, dann ist das hier dein Reminder mit Herz. Denn bevor du mit einer klaren Vision ins neue Jahr gehst, ist es wichtig, erst einmal das alte Jahr abzuschließen.
Neulich saß mir eine Mama gegenüber, den Tränen nahe. „Ines“, sagte sie, „ich weiß nicht mehr weiter. Egal, was ich sage, mein Kind rollt nur noch mit den Augen. Ich kann sagen, was ich will – es kommt nur zurück: ‚Boah Mama, lass!‘ Ich hab das Gefühl, ich bin unsichtbar. Nichts, was ich sage, kommt mehr an.“ Ich schaute sie an, lächelte sanft und sagte: „Weißt du, das ist ein ganz klassischer Fall von Pubertät in freier Wildbahn.“
Vor kurzem lief im ORF die Doku „Drei Wochen Handy-Entzug – das Experiment“. 69 Schüler:innen eines Oberstufen-Gymnasiums in Gänserndorf legten für drei Wochen ihre Smartphones zur Seite – wissenschaftlich begleitet vom Anton Proksch Institut und der Sigmund Freud Privatuniversität. Mich hat diese Doku tief bewegt. Sie macht sichtbar, wie sehr Jugendliche in dieser digitalen Welt oft auf sich gestellt sind. Eine Welt, in die sie hineingeboren wurden, ohne gefragt worden zu sein. Und wir Eltern sind es, die ihnen oft den schwarzen Peter zuschieben.
Wenn Ferien mit Teenagern anstrengender sind als der Schulalltag – und was Eltern jetzt helfen kann. „Wir haben uns so auf die Ferien gefreut… Und jetzt ist es noch schlimmer als vorher.“ Diesen Satz höre ich dieser Tage fast täglich – von Eltern, die sich eigentlich nach Leichtigkeit gesehnt haben. Stattdessen: Stundenlange Bildschirmzeit, keine Lust auf gemeinsame Ausflüge, Streit bei jeder Einladung …und ganz viel: Frust. Sorge. Ohnmacht.
Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Eltern noch immer glauben, sie müssten all diese Herausforderungen alleine lösen: die emotionale Wucht der Pubertät, den schulischen Druck und dazu noch die allgegenwärtige digitale Welt, die Jugendliche wie Eltern gleichermaßen überrollt. Pubertät allein ist schon eine Welt für sich.
„Ich sitze da in meinem Zimmer, weiß, dass ich lernen muss. Das Handy liegt im Eck, ich versuche mich zu konzentrieren. Dann fällt mir ein, dass ich noch etwas wegen des Tests nachschauen muss. Die Inhalte finde ich am Handy. Also schnappe ich es mir, schaue kurz nach. Doch als ich es weglegen möchte, sehe ich Nachrichten auf Insta. Ich will nur kurz reinschauen und plötzlich ist eine halbe Stunde um. Ich werde so sauer auf mich, dass ich schreien könnte. Wieso schaffe ich das nicht? Bin ich echt zu blöd dafür?“
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