Warum Medienkonsum in so vielen Familien zum Konfliktthema wird – und worum es eigentlich wirklich geht

Es sind oft diese ganz normalen Abende. Abende, die ruhig beginnen. Und völlig anders enden, als wir es uns vorgestellt haben.

Eine Mutter hat mir vor ein paar Tagen genau so einen Abend beschrieben. Und während sie erzählt hat, hatte ich das Gefühl, ich sehe diese Szene direkt vor mir – weil sie so vertraut ist. Ihr Sohn lag auf der Couch. Das Handy in der Hand. Schon gefühlt seit Stunden. Sie saß daneben. Hat lange nichts gesagt. Nicht, weil es sie nicht gestört hätte.

Sondern weil sie gespürt hat, dass jedes Wort in diesem Moment wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem auslösen würde, was sie sich eigentlich wünscht.

Und gleichzeitig wurde es in ihr immer enger. Vielleicht kennst du genau dieses Gefühl. Dieses leise Ansteigen von innerem Druck.  Diese Gedanken, die plötzlich da sind und sich immer mehr Raum nehmen: Das ist zu viel.

… Ich muss doch etwas sagen.

… Das schadet ihm doch.

… Ich muss ihn doch schützen.

Und irgendwann kommt dieser Moment, in dem es nicht mehr geht.

„Leg jetzt bitte das Handy weg!“

Ein genervtes „Gleich“

Ohne Blickkontakt. Ohne Verbindung. Und ab da kippt es.

Ein Satz folgt dem nächsten. Der Ton wird schärfer. Die Worte persönlicher. Und plötzlich sind sie mitten in einem Streit, der viel größer ist als nur dieses Handy. Am Ende gehen beide zerstritten schlafen. Und danach streiten auch noch die Eltern – weil sie sich nicht einig sind, wie sie damit umgehen sollen.

Ich mache mir doch nur Sorgen…

Als sie mir das erzählt hat, hat sie mich angeschaut und gesagt: „Ich verstehe das nicht! Warum passiert das immer wieder? Ich will ihm doch nichts Böses. Ich mache mir doch nur Sorgen.“

Und genau dieser Satz ist mir nachgegangen. Weil er so ehrlich ist. So menschlich. Und so typisch für so viele Eltern, die ich begleite. Denn ja – Eltern sorgen sich. Und gleichzeitig passiert in genau diesen Momenten etwas, das wir oft gar nicht bewusst wahrnehmen.

Das, was wir senden, ist Sorge.
Aber das, was beim Kind ankommt, ist oft etwas ganz anderes. 

Nicht: „Meine Eltern sorgen sich um mich.“

Sondern eher:

„Mit mir stimmt etwas nicht.“

„Ich bin das Problem.“

„So wie ich bin, passt es nicht.“

Und das tut weh.

Warum wir immer wieder in dieselben Muster rutschen

Wenn ich ganz ehrlich bin, wundert mich das nicht. Viele von uns sind in einer Zeit groß geworden, in der Kinder funktioniert haben. In der Erwachsene entschieden haben, was richtig ist. Und in der Gehorsam oft wichtiger war als Beziehung.

Heute sagen wir ganz bewusst: Ich will das anders machen. Mehr Beziehung. Mehr Verständnis. Mehr Miteinander.

Und trotzdem passiert es. Gerade dann, wenn es schwierig wird. Wenn wir uns Sorgen machen. Wenn wir nicht mehr weiterwissen. Dann greifen wir plötzlich wieder auf genau das zurück, was wir selbst erlebt haben. Nicht, weil wir das wollen. Sondern weil uns in diesen Momenten etwas fehlt, das wir selbst nie gelernt haben.

Die eigentliche Herausforderung unserer Zeit

Und gleichzeitig leben unsere Kinder in einer Welt, die es so früher nicht gegeben hat. Wir haben ihnen Geräte in die Hand gegeben, die genau dafür entwickelt wurden, dass man sie nicht einfach weglegt.

Apps, die unser Belohnungssystem aktivieren. Inhalte, die kein natürliches Ende haben. Algorithmen, die Aufmerksamkeit binden.

Und wir erwarten von Jugendlichen, dass sie damit souverän umgehen.
Während wir selbst oft merken, wie schwer uns das fällt.

Der Kreislauf, der so viele Familien erschöpft

In diesem Spannungsfeld entsteht etwas, das ich gerade in so vielen Familien beobachte: Sorge wird zu Druck. Druck wird zu Widerstand.
Widerstand wird zu noch mehr Druck. Und mittendrin stehen Jugendliche, die beginnen zu glauben, dass sie das Problem sind.

Und gleichzeitig sitzen da Eltern, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ihr Kind gut zu begleiten.

Die reflektieren.
Die sich bemühen.
Die es anders machen wollen.

Und die trotzdem immer wieder in genau diesen Momenten landen. Zwischen: „Ich will vertrauen“ und „Ich muss doch eingreifen“ . Zwischen: Verbindung halten und Grenzen setzen.

Was in diesen Momenten wirklich fehlt

Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Dass du eigentlich anders reagieren möchtest. Dass du es im Kopf weißt. Und es dir im entscheidenden Moment trotzdem nicht gelingt.

Nicht, weil du es nicht kannst. Sondern weil dir etwas fehlt. Und ich glaube nicht, dass es noch mehr Wissen ist. Oder noch mehr Konsequenz.

Ich glaube, es ist eine andere Sprache.

Eine Sprache, die deinem Kind nicht das Gefühl gibt, falsch zu sein.
Eine Sprache, die Verbindung möglich macht – auch dann, wenn es schwierig wird.
Eine Sprache, die nicht gegen dein Kind arbeitet, sondern mit ihm.

Ein neuer Blick auf Medienkonsum und Pubertät

Genau darum geht es mir gerade so sehr. Weil ich spüre, wie viele Familien genau an diesem Punkt stehen. Wie viel Druck da ist – auf beiden Seiten. Und wie viel Wunsch nach Verbindung.

Und deshalb habe ich mich entschieden, einen kostenlosen Online-Abend zu diesem Thema anzubieten. Nicht, weil es einfache Lösungen gibt. Sondern weil ein neuer Blick oft der erste Schritt ist.

 Medienkonsum und Pubertät – verstehen und begleiten statt verbieten
📅 Am 28. April 2026
🕗 20:00 Uhr
🎥 inklusive Aufzeichnung

Hier klicken und für 0 € anmelden

Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass dich dieses Thema gerade sehr betrifft, dann kann dieser Abend ein erster Schritt sein. 

Nicht, um alles perfekt zu machen.
Sondern um dein Kind ein Stück besser zu verstehen.
Und vielleicht auch dich selbst.

Ich freue mich sehr darauf, dich bald live zu sehen!

Von Herzen liebe Grüße zu dir,

deine Ines


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Manchmal ist genau so ein Impuls von außen das, was es braucht, damit sich etwas verändern kann.

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